26.03.2009
Die Milchwirtschaft fordert sachliche Information!
Der Verband der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft (VBPM) be-steht vor dem Hintergrund der Ereignisse der vergangenen Monate auf einem Richtungswechsel in der Informationspolitik.
Es ist an der Zeit die Milcherzeuger auf die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft einzustellen und von populistischen Schönfärbereien Abstand zu nehmen. Die Folgen der Liberalisierung des Milchmarktes müssen offen angesprochen und alle mögli-chen Unterstützungsmaßnahmen genutzt werden.
In einem Schreiben an Bundesministerin Ilse Aigner fordert der VBPM, den Absatz am Milchmarkt mit allen Mitteln zu stützen. Die einzelnen Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Ausweitung der Intervention, die Erhöhung der Exporterstattung und die Weiterführung sozialer Stützungsmaßnahmen müssen weiter forciert werden. Verstärkte Bemühungen die Akzeptanz der Schulmilch zu erhöhen, werden die derzeitigen Probleme nicht lösen. Einigkeit besteht darin, dass bereits Kinder und Jugendliche auf die Wertigkeit und den Geschmack von Milch und Milchprodukten hingeführt werden müssen, um langfristig das Verbraucherverhalten positiv zu beeinflussen.
„Die Zuordnung der Mittel aus dem Konjunkturprogramm der EU ein wichtiges Signal für die Milcherzeuger, die auch in Zukunft Milch produzieren wollen. Denn ausschließlich diesen sollten die Gelder zugute kommen“, betonte Präsident Ulrich Kraut anlässlich er Mitgliederversammlung des VBPM. Die Investitionsförderung muss ein Schwerpunkt sein. Positiv ist hier, dass der Quotennachweis nicht mehr zu erbringen ist.
Die Besteuerung des Agrardiesels stellt nach wie vor eine Ungleichbehandlung der deut-schen Landwirte im europäischen Umfeld dar. Hier könnten die deutschen Landwirte um ca. 960 Mio. € entlastet werden. Die jetzige Lösung initiiert einen gewaltigen bürokrati-schen Aufwand und hat wenig Nutzen für die Landwirte.
Die Molkereien sind täglich in der Diskussion mit ihren Milcherzeugern und werden zum Teil mit Forderungen konfrontiert, die aus unzureichenden Informationen resultieren. „Sachthemen werden emotionalen Wunschvorstellungen untergeordnet“,bedauert Su-sanne Nüssel, Geschäftsführerin des VBPM und nennt als Beispiel die mögliche Ein-flussnahme auf gültige Beschlusslagen auf EU-Ebene.
Die Mitglieder des VBPM sind sich einig, dass vor allem den zukunftsorientierten Betrie-ben die Informationen geboten werden müssen, die diese für die Ausrichtung ihrer land-wirtschaftlichen Unternehmen brauchen. Die Vertreter des Berufsstands, die Politik und die Marktpartner sind verpflichtet, die Milcherzeuger offen über die Tatsachen zu infor-mieren, die zu aktuellen Situationen führen. Nur so kann gewährleistet werden, dass die richtigen Unternehmensentscheidungen auf Erzeugerebene getroffen werden.
Die Auswirkungen der GAP Reform fordern gerade von der Milchwirtschaft eine klar aus-gerichtete Vorgehensweise, um den Milchstandort Deutschland wettbewerbsfähig zu ma-chen und zu erhalten. Die deutschen Milchprodukte haben einen hervorragenden Ruf und werden auch in Zukunft eine überdurchschnittliche Wertschöpfung ermöglichen.
Der Verband der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft e. V. vertritt die Interessen der 42 Privatmolkereien in Bayern. Die Unternehmen beschäftigen insgesamt rund 9.000 Mitar-beiterinnen und Mitarbeiter und verarbeiten rund 50 % der in Bayern angelieferten Milch.